EINE DALANG PUPPENCOMPANY PRODUKTION
AB 7 JAHREN
Von Enkelkindern und Grosseltern für Grosskinder und Enkeleltern
Als Opa Fritz so alt war wie ich, hat er einen Wolf gezähmt. Jetzt kämpft er jeden Sonntag zum Nachtisch mit dem Puddinglöwen. Meine Oma Charlotte wollte Opernsängerin werden und ist Friseuse geworden. Opa Oskar hat sie verlassen, weil er das leichte Mädchen Irene liebt. Als ich sieben war, habe ich meine Sachen gepackt und bin bei Oma Lila und Opa Ruben eingezogen. Opa Ruben war ein wunderschöner Mann, jetzt hat er eine Glatze. Wenn Oma die Haare aufmacht, hängen sie ganz lang und dünn herunter, wie bei einer Fee. Oder wie bei einem Gespenst. Oma schrumpft, ich wachse. Drei Enkelkinder stöbern in alten Familienfotos herum und entdecken ihre Grosseltern. Geschichten von früher und heute, Vertrautes und Befremdliches, Momentaufnahmen aus einem langen Leben.
PERSONEN
Regie: Beatrix Bühler; Spiel: Frida Leon Béraud, Frauke Jacobi, Julius Griesenberg; Musik: Simon Hostettler; Kostüme: Katharina Baldauf; Austattung: Joachim Dette; Technik: Stefan Marti; Produktionleitung: Cristina Achermann
PRESSESTIMMEN
Szenen werden nachgespielt - mit enormem Tempo und derart überbordender Phantasie, dass es nicht nur für Kinder eine Freude ist. Ist es zu Beginn die Oma, die die Enkelin umsorgt, so singt am Schluss, im Altersheim, die Enkelin der Oma ein Gutenachtlied vor. Das dreistimmig gesungene Lied, dazu auf den Bühnenhintergrund projizierte Schwarzweissfotos von alten Händen - das geht ganz schön unter die Haut.
NZZ, 8.11.2005
Mit blitzschnellen Rollenwechseln und mit Hilfe von kleinen Pappfiguren, an welchen auf Kopfhöhe mit Wäscheklammern die einzelnen Porträtfotos festgemacht sind, spannt die Dalang Puppencompany aus dem erinnernden Blickwinkel der Enkelkinder allmählich einen Shortcut-artigen Bogen von der Jugend bis ins hohe Alter.
Wer erinnert sich nicht selbst mit einem gewissen Grausen an juckende und von Oma handgestrickte Kleidungsstücke aus Wolle oder lächelnd an Opas von Erzählung zu Erzählung immer haarsträubender werdende Abenteuergeschichten wechseln sich mit nachdenklich stimmenden Momenten ab.
Der Bund, 26.11.2005
Es ist ein liebevoller Blick aufs Älterwerden, auf die Vergänglichkeit des Lebens und Körpers. Die Mitwirkenden versuchen dabei, sich den unverstellten Blick aus der Kinderperspektive zu bewahren.
Berner Zeitung, 26.11.2005
